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  © TU Berlin, tubIT, Bearbeiter: Frank Ziemann  -  Update: 30.08.2009
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Extra-Blatt (12.05.03)

E-Petition: Steinigung in Nigeria (2)

Amina Lawal soll durch Steinigung hingerichtet werden

Ein älterer Fall, das gleiche Thema: Safiya Husseini
Update 25.09.2003: Amina Lawal wurde freigesprochen  

Kommentar
zu Kettenbriefen im Namen von amnesty international.
Was ist da eigentlich los?!   weiter lesen

Ein Kettenbrief ruft derzeit (April 2004) dazu auf sich an einer Online-Petition zu beteiligen. Dies mit dem Zweck, die Steinigung einer Frau zu verhindern, der in Nigeria nach islamischem Recht die Hinrichtung droht. Dies war ein realer Fall, kein Hoax. Im September 2003 wurde Amina Lawal freigesprochen, der Kettenbrief kursiert jedoch weiter. Auf der darin angegebenen Website von ai Spanien wird auf Englisch darauf hingewiesen, dass Amina Lawal frei ist. Es läuft dort eine neue Kampagne für ein Paar. Es kursieren abgewandelte Fassungen des Kettenbriefs, in denen nur der Name verändert wurde (Fátima Usman statt Amina). Fátima Usman ist die Frau in dem vorgenannten Paar. Beide sind zurzeit auf freiem Fuß und nicht in Lebensgefahr, ihre Verhandlung wurde vertagt.

int. LinkOriginaltexte der Kettenbriefe
Neu (04/2004): ext. LinkKlarstellung von ext. Linkamnesty international Österreich
30.04.2004: ext. LinkStellungnahme (als PDF) von ext. Linkai Deutschland


Hintergrund (Stand: Sommer 2003)
Amina Lawal (31) wird vorgeworfen, unehelichen Sex gehabt zu haben. Sie war zuvor verheiratet und wieder geschieden worden. Als Beweis dient ihre Schwangerschaft bzw. das Kind, das sie daraufhin gebar. Der Mann, der der Vater sein soll, bestritt seine 'Beteiligung' und wurde daher freigesprochen(!). Nach islamischem Sharia-Recht wurde Amina Lawal im März 2002 vom einem Sharia-Gericht in Bakori, im nigerianischen Bundestaat Katsina, zum Tod durch Steinigung verurteilt, weil sie als unverheiratete Frau Sex mit einem Mann hatte. Die Hinrichtung wurde aufgeschoben, damit sie ihr Kind stillen kann, bis es entwöhnt ist. Danach muss sie wieder vor Gericht erscheinen, damit über ihren Einspruch gegen das Urteil (bzw. über ihr Gnadengesuch) verhandelt werden kann. Der Termin wurde mehrfach verschoben und ist nunmehr auf den 3. Juni 2003 festgesetzt.
Amina Lawal wird von lokalen und internationalen Menschenrechtsgruppen unterstützt und (auch juristisch) betreut. Sie befindet sich nicht in Haft.
Update: Der Gerichtstermin wurde vom 3. Juni auf den 27. August 2003 verschoben. (Quellen: ext. Linkai CH, ext. LinkAllAfrica.com)

In den Kettenbriefen werden teilweise falsche Angaben gemacht, z.B. dass am 3. Juni 2003 die Hinrichtung sein solle. Ferner wird fälschlich behauptet, eine ähnliche Kampagne habe zur Begnadigung von Safiya Husseini geführt.
[int. LinkOriginaltext des Kettenbriefs] 
Dessen ungeachtet ist die Website, auf der die Petition angesiedelt ist, eine offizielle Website von Amnesty Int., Spanien. Es gilt also zu unterscheiden zwischen der Kettenbrief-Kampagne einerseits sowie der spanischen E-Petition und dem realen Fall andererseits.

Kettenbriefe sind kein adäquates Medium zur Kommunikation seriöser Anliegen.
E-Petitionen ändern nichts.
Niemand, der etwas ändern könnte, nimmt E-Petitionen ernst oder auch nur zur Kenntnis.

Amnesty International (ai) unterstützt diese Kettenbrief-Aktion in dieser Form ausdrücklich nicht. Sie wird als potenziell für die Sache eher schädlich angesehen.

Weiterführende Quellen:
 ext. Linkamnesty international engl. Pressemitteilung 06.05.03
 ext. Linkamnesty international UK engl.
 ext. LinkUrbanLegends.About engl.

Update 25.09.2003
Amina Lawal wurde heute von einem Berufungsgericht in Nigeria wg. Verfahrensfehlern freigesprochen.
Mehr dazu bei ext. Link amnesty international, Deutschland | ext. LinkZDF


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