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Extra-Blätter
  © TU Berlin, tubIT, Bearbeiter: Frank Ziemann  -  Update: 02.09.2009
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erstellt: 19.06.03
Update: 02.09.2009

Extra-Blatt

Warnung vor Aspartam

Gerüchte im Internet verbreiten allerlei Unsinn

Anmerkung
Dieses Extra-Blatt bezieht sich auf Kettenbrief-artige Mails, die seit den 1990er Jahren im Internet verbreitet werden. Darin wird u.a. behauptet, Aspartam verursache Krebs, Hirntumore und Multiple Sklerose, nachzulesen auf den beiden unten genannten Urban Legends Websites. Darauf allein bezieht sich dieses Extra-Blatt.

Bereits seit etlichen Jahren kursieren im Internet Kettenbrief-artige Gerüchte, die von Gesundheitsrisiken durch den Süßstoff Aspartam warnen. Angeblich soll dieser im Körper zu giftigen Substanzen abgebaut werden. Ferner wird darin behauptet, Aspartam könne Krebs, Multiple Sklerose und diverse andere Krankheiten auslösen.
[Originaltexte]

Aspartam (NutraSweet®, Canderel®,..) ist anstelle von Zucker in vielen Lebensmitteln enthalten, die als so genannte Light-Produkte angeboten werden. Das reicht von Limonadengetränken über zuckerfreien Kaugummi bis Diät-Schokolade usw. Es ist seit den frühen 1980er Jahren weltweit als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen (E951) und wurde sowohl davor als auch danach in vielen Studien (meist) sorgfältig untersucht.

Fakt ist, dass Aspartam aus Eiweißbausteinen aufgebaut ist und im Körper (und z.B. auch beim Backen) wieder in diese zerfällt. Die drei wesentlichen Bestandteile, in die Aspartam durch Enzyme und Peptide abgebaut wird, sind die Aminosäuren Phenylalanin und Asparaginsäure sowie Methanol. Phenylalanin ist nur für Menschen ein Problem, die an der seltenen, erblichen Stoffwechselkrankheit Phenylketonurie leiden, daher ist auf den Lebensmittelverpackungen oft ein Warnhinweis aufgedruckt ('enthält eine Phenylalaninquelle'). Beide Aminosäuren sind in diversen Lebensmitteln wie Fleisch, Obst und Gemüse enthalten - in größeren Mengen, als ein Mensch sie durch den maßvollen Verzehr so genannter Light-Produkten aufnimmt.
Die beim Abbau entstehenden geringen Mengen von Methanol sind unbedenklich, damit kommt der Körper problemlos klar. Auch beim Verzehr von z.B. Frucht- oder Gemüsesäften entstehen geringe Mengen Methanol - oft deutlich mehr als bei vergleichbaren Mengen mit Aspartam gesüßter Getränke. Das soll nicht heißen, dass Methanol völlig harmlos ist, es gilt vielmehr der Satz von Paracelsus: "Die Dosis macht das Gift". Bei übermäßigem Konsum (z.B. mehrere Liter Süßstoff-Limonade am Tag) können allerlei Symptome auftreten, die bei Verzicht auf derartige Lebensmittel meist wieder verschwinden.

Es gibt keinerlei ernstzunehmende medizinische Studien, die einen ursächlichen Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Aspartam-haltigen Lebensmitteln und Krankheiten wie Krebs oder Multipler Sklerose nachweisen konnten. Gemessen daran ist es geradezu erschreckend, wieviel Unsinn darüber im Internet verbreitet wird. Aber natürlich sind alle Studien, die keine solchen Zusammenhänge gefunden haben, von der Lebensmittelindustrie gekauft - ebenso wie Universitäten, Zulassungsbehörden, Gesundheitsorganisationen usw. ... ;-)   Im Ernst: das gibt es natürlich auch - genauso gibt es Studien, die schlicht fehlerhaft durchgeführt und/oder ausgewertet werden (in beiden Geschmacksrichtungen). In diese Kategorie fällt nach Ansicht der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA auch die gern zitierte, so genannte "Bologna-Studie" der Ramazzini-Stiftung an Mäusen.

Es gibt aus heutiger Sicht kaum einen vernünftigen Grund, warum ein gesunder Mensch Lebensmittel zu sich nehmen sollte, die als "Light"-Produkte vermarktet werden (Zahngesundheit kann als Beispiel für Ausnahmen dienen). Für Menschen mit bestimmten Stoffwechselstörungen gibt es zweifellos gute Gründe bestimmte Lebensmittel dieser Art (bzw. die darin enthaltenen Süßungsmittel) zu meiden. Die Diskussion alldessen würde allerdings den Rahmen dieser Seite sprengen. Daher nachfolgend einige weiter führende Links (ohne Anspruch auf Vollständigkeit).

Weitere Infos:


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