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  © TU Berlin, tubIT, Bearbeiter: Frank Ziemann  -  Update: 29.11.2010 |   Kurz-URL
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erstellt: 22.11.2010
Update: 29.11.2010

Extra-Blatt

BirthOrNot.com

Vorgebliche Abstimmung über eine Abtreibung

BirthOrNot.com Ein Paar in den USA lässt Besucher ihrer Website birthornot.com darüber abstimmen, ob die schwangere Frau ihre Leibesfrucht abtreiben lassen soll oder nicht. Pete und Alisha Arnold geben an, Alisha sei schwanger und eine Abtreibung sei bis zum 9. Dezember möglich, weil nach der 20. Schwangerschaftswoche ein Abbruch nach dem Gesetz des US-Bundesstaats Minnesota nicht mehr zulässig sei. Die beiden haben Ultraschallbilder und -videos veröffentlicht, die von Alisha Fötus stammen sollen. Auch deutsche Medien haben ohne Prüfung der Faktenlage über diese vermeintliche Voting-Aktion berichtet.

Doch die Website birthornot.com ist ein Fake, eine Täuschung. Dahinter steckt ein notorischer Internet-Troll aus der ultrakonservativen Ecke, der die Domain bereits Monate vor dem anzunehmenden Empfängnisdatum registriert hat. Die Registrierung erfolgte am 17. Mai 2010, die Zeugung müsste etwa Mitte Juli stattgefunden haben.

Die Website versucht den Eindruck einer liberalen Gesinnung der Betreiber zu erwecken. Tatsächlich jedoch zeigen sich Pete und Alisha Arnold an anderer Stelle, etwa auf Facebook, als Anhänger strikter, in den USA bekannter Abtreibungsgegner. Pete Arnold soll unter dem Pseudonym "Zeeboid" auf verschiedenen Websites Kommentare abgegeben haben, die ebenfalls eher auf eine ultrakonservative Einstellung hindeuten.
Vor seinem Haus wurde ein Auto mit dem Nummernschild "Zeeboid" gesehen und fotografiert. Das bei "Birth or Not" benutzte Konto für Google Analytics wird auch auf einer anderen Website ("‘The Church of Global Warming") verwendet, auf der die globable Klimaerwärmung geleugnet wird.

Unanhängig von der Antwort auf die von hier aus nicht zu klärende Frage, ob Alisha Arnold wirklich schwanger ist, entsteht durch die geschilderten Begleitumstände das Bild einer Anti-Abtreibungskampagne, die mit einem vorgeblichen Voting Stimmung gegen die freie Entscheidung einer werdenden Mutter machen soll. Abtreibung ist ein in den USA heftig umstrittenes Thema.

Update 28.11.2010:
Mittlerweile hat das Paar die Abstimmung auf der Website vorzeitig beendet, nach etwa zwei Millionen abgegebenen Stimmen. Die Stimmen sollen von dritter Seite ausgewertet und das Ergebnis dann umgehend veröffentlicht werden.
Pete Arnold hatte zuvor gegenüber CNN eingeräumt, seine Frau und er hätten nie vor gehabt dem Votum der Besucher ihrer Website zu folgen, falls diese mehrheitlich für einen Schwangerschaftsabbruch stimmen sollten. Es sei vielmehr die Absicht gewesen die Diskussion um das Thema Abtreibung voran zu bringen.

Weitere Informationen:

 


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