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Extra-Blätter
  © TU Berlin, tubIT, Bearbeiter: Frank Ziemann  -  Update: 08.12.2013
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erstellt: 25.03.2009
Update: 08.12.2013

Extra-Blatt

Urban Legend: Burundanga Visitenkarten

Update Dezember 2013: Damenhandschuhe

Seit Winter 2008/2009 wird vermehrt vor allem in der Schweiz und in Österreich eine im angelsächsischen Sprachraum bereits länger kursierende Legende über mit Drogen präparierten Visitenkarten verbreitet. In der ins Deutsche übersetzten Fassung wird behauptet, Kriminelle würden ihre Opfer, etwa Autofahrer, mit Visitenkarten austricksen, die mit einer als "Burundanga" bezeichneten Droge getränkt seien. Die Opfer würden dadurch willenlos gemacht und könnten sich später an nichts erinnern. In der Zwischenzeit würden sie ausgeraubt oder müssten gar Überweisungsträger unterschreiben. Es wird der Eindruck erweckt, dies sei eine in Europa übliche Methode.

Originaltext

Richtig ist, ...
...dass diese Droge namens Burundanga existiert; der Wirkstoff heißt Scopolamin (Wikipedia) und ist zum Beispiel als Droge aus Pflanzen wie der Engelstrompete, der Alraune oder dem Stechapfel lange bekannt.
In einigen Ländern Latein- bzw. Südamerikas, etwa Kolumbien, benutzen Kriminelle diese dort als Burundanga bekannte Droge, um ihre Opfer gefügig zu machen. Sie werden ausgeraubt oder vergewaltigt.
Um eine ausreichende Wirksamkeit des Mittels zu erzielen, muss die Droge jedoch inhaliert oder geschluckt werden. Dazu werden den Opfern zum Beispiel präparierte Zigaretten oder Getränke angeboten. Über Hautkontakt, etwa mit einer Visitenkarte, ist keine ausreichende Wirkung zu erzielen. Dazu ist die Kontaktzeit zu gering. Erst ein deutlicher längerer, intensiver Hautkontakt könnte zu einer ausreichenden Aufnahme des Wirkstoffs führen.
Anders als in der Kettenbrief-artig verbreiteten Legende behauptet, ist die Droge geruchs- und geschmacklos.

Behauptungen, derartige Methoden wären auch in anderen Ländern wie den USA oder in Europa üblich, entbehren jeder faktischen Grundlage. Auch die Behauptung, die von manchen Gebrauchtwagenhändlern an Seitenscheiben auf der Straße abgestellter Fahrzeuge angebrachten Kaufangebote und Visitenkarten seien zum Teil mit der Droge präpariert, ist frei erfunden.

Teilweise enthalten Weiterleitungen dieses Hoax (oder anderer Kettenbriefe) Mail-Adressen von Polizisten oder anderen Amtspersonen. Das ist keinesfalls ein Indiz dafür, dass der Inhalt der Mails den Tatsachen entspricht. Bitte sehen Sie davon ab diese Personen mit Fragen zu diesem Kettenbrief zu behelligen. Sie haben diese Mail i.d.R. auch nur weiter geleitet – die Absenderangaben können jedoch auch gefälscht sein.

Facebook-Hoax Update Dezember 2013: 
Damenhandschuhe mit Drogennadeln

In Facebook und via WhatsApp wird im Dezember 2013 eine neue Variante verbreitet. Demnach sollen auf Parkplätzen vor Einkaufszentren und Weihnachtsmärkten an Frauen, die allein unterwegs sind, Damenhandschuhe als Werbegeschenke verteilt werden. Diese seien, so die Mär, mit winzigen Nadeln gespickt, die die Droge Scopolamin (s.o.) unter die Haut spritzen. Das soll angeblich unbemerkt geschehen. Die Täter sollen ihren Opfern folgen und sie ausrauben oder vergewaltigen (oder gar beides), wenn sie durch die Droge betäubt sind. Angeblich warnt die Polizei vor dieser neuen Masche.

Mangels Datumsangabe in der 'Warnung' weiß man nicht, wann die "aktuelle Warnung" aktuell gewesen sein soll. Es ist zudem kaum glaubhaft, das Nadelstiche im Bereich der Hände unbemerkt bleiben sollen. Gerade an den Fingern hat ein Mensch besonders viele Sinneszellen und ist sehr empfindlich – schließlich dient gerade die Hand zum Ertasten alldessen, was man nicht sehen kann. Mehrere Polizeidienststellen in Deutschland haben inzwischen erklärt, es handele sich bei dieser Warnung um einen Hoax, eine Falschmeldung.

ext. LinksWeitere Informationen


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