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erstellt: 15.05.2009
Update: 07.11.2010

Extra-Blatt

Kettenbrief: Codex Alimentarius

Bereits seit einigen Monaten kursieren verschiedene Kettenbrief-artige E-Mails, in denen behauptet wird, es drohe ein Gesetz namens "Codex Alimentarius". Je nach Variante des Kettenbriefs reichen die Behauptungen von einem Verbot von Vitaminpräparaten und Heilkräutern bis zur Abschaffung von Waldorfschulen. Dahinter soll eine Verschwörung von Pharmaindustrie und Politik stecken. Eine Variante des Kettenbriefs geht sogar soweit eine Absicht zur Ausrottung der Menschheit zu unterstellen. Ein andere Variante wirbt mit falschen Aussagen für eine Unterschriftaktion einer anthroposophischen Initiative (Aktion ELIANT, s.u.).
  [Original-Texte]

Codex Alimentarius
Der "Codex Alimentarius" ist eine internationale Sammlung von Normen für Lebensmittel, die Vorschriften zu deren Herstellung und Beschaffenheit enthält. Sie wird seit 1963 von einer gemeinsamen Kommission der UN-Organisationen FAO und WHO heraus gegeben. Der Codex Alimentarius dient als Grundlage für die weltweite Harmonisierung nationaler und EU-Gesetze im Bereich Lebensmittelrecht und gilt außerdem als Referenz für den internationalen Handel mit Nahrungsmitteln. Der Codex Alimentarius ist kein Gesetz, das zu irgend einem Termin in Kraft tritt.

Die Aktion ELIANT sammelt derzeit Unterschriften für den Erhalt und die Verbesserung der Lebensqualität sowie für den Erhalt kultureller Vielfalt und Entscheidungsfreiheit des Einzelnen. Sie fordert klare Regelungen für anthroposophische Lebens- und Arzneimittel sowie andere anthroposophische Konzepte (zu denen u.a. auch die Waldorfschulen gehören).
Die Aktion ist nicht darauf gerichtet einen Einspruch beim EU-Gerichtshof gegen ein bestimmtes Gesetz einzulegen. Die Aktion ELIANT hat eine Stellungnahme zu den kursieren Kettenbriefen veröffentlicht, in der sie sich von diesen Kettenbriefen und den darin enthaltenen falschen Behauptungen distanziert.

Bei anderen Varianten dieser Kettenbriefe entsteht der Eindruck, dass sie von denjenigen in Umlauf gebracht wurden, die mit Vitaminpräparaten und dergleichen Nahrungsergänzungsmitteln viel Geld verdienen. Sie sehen offenbar ihre Profite in Gefahr. Bereits vor einigen Jahren hat der "Krebsarzt" Dr. Matthias Rath auf großformatigen Plakaten, die Werbung für seine kostenpflichtigen "Informationsveranstaltungen" machten, mit ähnlichen falschen Behauptungen Stimmung gegen den Codex Alimentarius gemacht. Rath behauptet Krebs mit hohen Vitamindosen heilen zu können.

Es liegt in der Natur von Verschwörungstheorien, dass sich kaum beweisen lässt, ob irgend etwas daran wahr ist oder nicht. Jedenfalls lassen Verschwörungstheoretiker keine Einwände oder Beweise gelten, die nicht in ihr verzerrtes Weltbild passen.

Weitere Infos

Kettenbriefe sind kein adäquates Medium zur Kommunikation seriöser Anliegen.


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