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  © TU Berlin, tubIT, Bearbeiter: Frank Ziemann  -  Update: 02.07.2010
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erstellt: Nov. 2001
Update: 02.07.2010

Extra-Blatt

Kettenbrief: Mit Genesungswünschen
ins Guinness-Buch der Rekorde

Die wahre Geschichte von Craig Shergold - und Nachahmungen

Eine wahre Geschichte ist die von Craig Shergold, der einen als unheilbar angesehenen Hirntumor hatte:

1989 (Jahre vor der Erfindung des Web) wurde eine Postkarten-Aktion für den 9-jährigen Craig Shergold gestartet, damit er durch die Zahl der Postkarten mit Genesungswünschen ins Guinness-Buch der Rekorde kommen sollte.

Das hat auch geklappt: Innerhalb eines Jahres kamen 16 Mio. Postkarten an und er bekam den Eintrag (Ausgabe 1991).

Die Karten kamen jedoch weiterhin. Nachdem Anfang 1991 etwa 50 Mio. Postkarten angekommen waren, erreichte die Publizität von Craig Shergold ein Maß, das einen reichen Amerikaner, John Kluge, aufmerksam machte. Er finanzierte eine Operation - Craig Shergold wurde geheilt.

Die Postkarten strömen noch immer, auch heute noch - die Zahl von 250 Mio wurde ca. 1997 überschritten. Craig ist heute 21, gesund und bekommt immer noch diese Postkarten... waschkörbeweise... täglich.

Dies allein sollte eine Warnung sein, welche nicht steuerbare Macht von Kettenbriefen ausgeht. Sie sind nie mehr zu stoppen.

Offenbar inspiriert von dieser wahren Geschichte entstanden bereits in den frühen 1990er Jahren E-Mail-Kettenbriefe, die zu ähnlichen Aktionen aufriefen.
Es existiert eine ungezählte Vielfalt von Varianten, die mit falscher Schreibung des ursprünglichen Namens begannen und zu völlig anderen Namen führten. Eine unter vielen ist die Variante Drain Arnold - weitaus häufiger wird der Name Drain Ernold genannt (siehe auch Hoax-Info Newsletter 01/2002). Eine neuere Variante nennt Steven Detry (auch in anderen Kombinationen von und mit Stephan, Stephen, Derty) mit einer nicht existierenden Adresse in Belgien.

Es kursieren ähnliche Kettenbriefe mit Namen wie Brian, Jessica Mydek, Amy Bruce, Rachel, Natalie, usw....
Auch das niederösterreichische Landeskrankenhaus in Tulln ist derzeit Opfer eines solchen Kettenbriefs, der per Post und Fax in Unternehmen und Behörden zirkuliert wird, ohne dass ein solches Kind existiert.

Bitte leiten Sie diese Kettenbriefe (und ähnliche) nicht weiter. Diese Kinder existieren nicht!

Außerdem hat die Redaktion des Guinness Book of World Records auf Grund der Geschichte von Craig Shergold beschlossen, dass derartige Rekorde nicht mehr akzeptiert werden (siehe ext. LinkFAQ Nr. 17 und 18, dt.). D.h. selbst wenn eines dieser Kinder tatsächlich existieren sollte, gäbe es keine Chance mit einem neuen Rekord in dieser Kategorie einen Eintrag im Guinness Buch zu erreichen.

ext. LinksWeiterführende Quellen (engl.):
 UrbanLegends.About
 Snopes (Urban Legends Reference Pages)
 Make-A-Wish Foundation of America
 mehr davon (Suche mit Google)...


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