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  © TU Berlin, tubIT, Bearbeiter: Frank Ziemann  -  Update: 30.08.2009
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Extra-Blatt (29.09.03)

Gläserne Spam-Opfer?!

Gerüchte um die so genannte Herold-CD

Die Fa. Herold Business Data plant eine Marketing-CDROM mit Adressen und statistischen Daten über die Einwohner Österreichs. Bereits vor der Markteinführung ranken sich allerlei Gerüchte um die Frage, welche Daten man über einzelne Personen auf der CD finden mag, ob diese denn auch stimmen und ob das alles rechtens sei.

Nach eigenen Angaben der Fa. Herold sind die Daten über Personen und Haushalte Ergebnisse statistischer Auswertungen. D.h. wenn Herr A. in Wien in der XYZ-Gasse wohnt (das sei mal für dieses Beispiel eine gut situierte Wohngegend), ist es wahrscheinlich, dass er verheiratet ist, zwei Kinder und einen Mittelklassewagen hat, etwa 40 Jahre alt ist und etwa 4000 EUR im Monat verdient. Nach Angaben der Fa. Herold kann man dies jedoch der CD nicht personenbezogen entnehmen. Vielmehr soll man lediglich bestimmte Daten als Auswahlkriterium für eine Adressliste potenzieller Werbepostempfänger auswählen können. Damit soll eine bessere Zielgruppenauswahl ermöglicht werden. Zielgruppe der CDROM sollen Marketing-Firmen sein, Privatleute sollen sie nicht erwerben können.

Die Fa. Herold bietet auch ein Formular an, mit dem man die Streichung aus dem Datenbestand der CDROM beantragen kann. Dies ist nach österreichischem Datenschutzrecht vorgeschrieben, also keine freiwillige, 'kundenfreundliche' Offerte. Es gibt inzwischen auch eine kostenfreie 0800-Telefonnummer ('Hotline'), nachdem es einige Aufregung um diese Geschäftsidee gibt.

Eine unabhängige 'Würdigung' dieser Geschäftsidee findet sich in einem Artikel der Online-Zeitschrift telepolis des Heise Verlags, dessen URL z.T. auch in den diesbezüglichen Kettenbriefen angegeben ist.

Auch bei der ARGE Daten (Österreichische Gesellschaft für Datenschutz) weiß man einiges darüber zu berichten, insbesondere auch über die Hintergründe, Firmenverflechtungen und rechtlichen Aspekte.

Es handelt sich jedenfalls nicht um einen Hoax, allerdings enthalten die kursierenden Kettenbriefe einige nicht zutreffende Behauptungen. Namentlich gibt es offenbar Missverständnisse bezüglich der auf der CDROM enthaltenen Daten, deren Akkuratesse und Herkunft. Wieviel unser Herr A. wirklich verdient und ob er überhaupt ein Auto hat, weiß der Anbieter gar nicht.

Bitte lesen Sie die Beiträge auf der Website der ARGE Daten und bilden Sie sich selbst eine Meinung.


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