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  © TU Berlin, tubIT, Bearbeiter: Frank Ziemann  -  Update: 17.12.2015
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erstellt: 27.10.2012
Update: 17.12.2015

Extra-Blatt

Hoax: Schlüsselanhänger mit Chip

Falschmeldungen über neue Tricks der Einbrecher

Eine angebliche neue Masche krimineller Banden macht derzeit die Runde. Angeblich verschenken Einbrecher (Update Dezember 2015: Flüchtlinge) Schlüsselanhänger oder andere Schmuckstücke. Sie sollen sie an Tankstellen und auf öffentlichen Parkplätzen verteilen, heißt es in Kettenbrief-artig verteilten Warnungen. Die Geschenke sollen einen Chip mit GPS-Modul enthalten. Dadurch könnten die Einbrecher potenzielle Opfer bis nach Hause verfolgen, um dann bei passender Gelegenheit einzubrechen. Auch MitarbeiterInnen verschiedener Institutionen wie Gerichte, Handwerksverbände oder Mineralölunternehmen leiten derlei Falschmeldungen ungeprüft weiter und adeln sie durch ihren Briefkopf.

Fakt ist...
dass es keinerlei bestätigte Fälle gibt, in denen Aktivitäten wie das Verteilen präparierter Schlüsselanhänger tatsächlich beobachtet wurden. Technisch möglich wäre die behauptete Vorgehensweise zwar, jedoch wären Aufwand und Risiko für Einbrecher viel zu hoch. Einbrecher fahren einfach in eine Gegend, wo Menschen wohnen, bei denen ein Einbruch lohnend erscheint und spähen eine günstige Gelegenheit aus. Das würden sie sich auch durch die behauptete Vorgehensweise kaum ersparen können.

Ein solcher Schlüsselanhänger wäre zudem ein ziemlich großer und verhältnismäßig schwerer Klotz. Er müsste, um seinen behaupteten Zweck erfüllen zu können, nicht nur einen GPS-Empfänger enthalten (den würde man in der Tat noch unauffällig unterbringen können). Vielmehr wäre auch ein geeigneter Sender erforderlich, der die Positionsdaten an die Täter überträgt. Sender und Empfänger müssten zudem auch im Auto und im Haus funktionieren und ein Akku als Energiequelle müsste auch noch hinein passen. Das bedeutet in der Praxis, der Schlüsselanhänger müsste fast ein komplettes Mobiltelefon enthalten – immerhin ohne Display. Er wäre also wohl etwa halb so groß und fast so schwer wie ein modernes Handy mit A-GPS-Funktion.

Hintergrund der Legende
Caltex Schlüsselanhänger (2008) Die Tankstellenkette Caltex (eine Marke des US-Mineralölkonzerns Chevron) hat im Jahr 2008 in Südafrika Schlüsselanhänger an ihren Tankstellen verteilt, um Werbung für ihren Premium-Dieselkraftstoff zu machen. Diese zeigen ein Logo und werden bei kräftiger Beleuchtung transparent. Schon bald tauchten die ersten Gerüchte auf, welche geheimnisvollen Funktionen noch darin stecken mögen. Daraus sind dann die 2010 in den USA aufgetauchten Legenden entstanden, die es inzwischen auch nach Deutschland und Österreich geschafft haben.

ext. LinksWeiterführende Quellen (engl.):
 Snopes (Urban Legends Reference Pages)


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