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  © TU Berlin, tubIT, Bearbeiter: Frank Ziemann  -  Update: 21.03.2012
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erstellt: Mai 2002
Update: 21.03.2012

Extra-Blatt

Kettenbrief: Red Bull Gesundheitswarnung

Rufmord-Kampagne gegen Red Bull in Österreich?

In einem Massen-Mailing wird die Web-Adresse eines vermeintlichen Konsumentenschutz-Instituts verbreitet. Auf dieser Seite wird behauptet, man habe in bestimmten Chargen dieses (angeblich Flügel verleihenden) Mode-Getränks "Designerdrogen nachgewiesen". Der Verzehr sei lebensgefährlich. Als Absender wird eine E-Mail-Adresse des Herstellers (***@redbull.at) angegeben.

Die Webseite wurde im oberen Bereich mit der Original-Navigationsleiste der Website des österreichischen Herstellers von Red Bull versehen (inkl. der Links) - ein bei näherer Überlegung unlogischer Täuschungsversuch. Etwas besser gelungen ist der pseudo-amtliche Stil der restlichen Seite und des Textes. [Bildschirmfoto]
Der Hintergrund dieser Kampagne ist bislang noch unklar, da jedoch der Eigentümer der Domain (attention-at.com) in Brasilien sitzt (woher auch die Original-Mails kamen), könnte man in Verbindung mit einer von wenigen Wochen beobachteten Kampagne eines gewissen österreichischen Steuerflüchtlings namens Werner Rydl (Verbrennung von öS-Banknoten) gewisse Zusammenhänge vermuten. Dies ist umso wahrscheinlicher, als es zumindest enge geschäftliche Verflechtungen zwischen Rydl und der Domain-Eignerin gibt.
Auffällig ist auch, dass die Domain erst am 06.05.2002, also wenige Tage zuvor, registriert wurde - vermutlich zu genau diesem Zwecke.

Offiziell bestätigte Informationen über Befunde einer Lebensmittelkontrollbehörde betreffs dieses 'Energy Drinks' liegen mir nicht vor. Der in dem pseudo-amtlich gehaltenen Text genannte Befund "Designerdrogen" entspricht nicht dem amtlichen Sprachgebrauch. Hier wären genaue Bezeichnungen der gefundenen Stoffe zu erwarten. Der in dem Text angeführte Paragraph 8 Absatz (a) des österr. Lebensmittelgesetzes von 1975 besteht lediglich aus einer Begriffsbestimmung des Wortes "gesundheitsschädlich" in Zusammenhang mit Lebensmitteln.

Vorläufiges Fazit:
Einen Tag nach Veröffentlichung dieser Gesundheitswarnung(?) deutet mehr auf eine Fehlinformationskampagne hin, die aus dem brasilianischen Exil gelenkt wird. Die Mails wurden aus Brasilien massenhaft direkt an viele Personen in Österreich gesandt. Einige der Empfänger fühlten sich offenbar bemüßigt, diese gleich an ihren Bekanntenkreis weiterzuleiten. So entstehen Gerüchte und Kettenbriefe...

Stellungnahme von Red Bull, Österrreich, vom 13.5.2002:

Selbstverständlich ist die Falschmeldung nicht von uns ausgegangen - hier 
sind noch einige Details zur Chronlogie der Ereignisse.

Seit Freitag, 10.5.2002, wird über e-mails und eine homepage eine
Falschmeldung verbreitet, die Red Bull in Österreich in Zusammenhang
mit einer "Designerdroge" bringen will.
Offensichtlich handelt es sich dabei um einen schlechten Scherz,
der nicht gerade witzig ist.
Auch die darin zitierte "Anstalt für Lebensmitteluntersuchung" hat schon
mehr gelacht (denn natürlich hat keine Lebensmitteluntersuchungsanstalt
damit etwas zu tun).

Für weitere Fragen stehen wir selbstverständlich jederzeit zur Verfügung.

Die Roten Bullen aus Fuschl.

Update:
Die Kampagne gegen Red Bull, die definitiv aus Brasilien gesteuert wird, wurde wenige Wochen nach der Schliessung der ursprünglich benutzten Domain mit einer neuen Adresse und neuerlichen, noch erweiterten Behauptungen fortgesetzt. [Bildschirmfoto]
Die neue Domain (.org statt .com) ist auf dieselbe Firma in Brasilien registriert.

Weitere angekündigte 'Enthüllungen', die in einer an mich persönlich gerichteten Mail avisiert wurden, sind bislang nicht aufgetaucht. Stattdessen hat man sich auf die Verbreitung von gefälschten Mails österreichischer Politiker verlegt.


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