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  © TU Berlin, tubIT, Bearbeiter: Frank Ziemann  -  Update: 03.09.2009
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Extra-Blatt (22.01.2003)

Wahr & falsch: Handy-Betrug mit 0137-Nummern

Aktueller Hinweis:
Januar 2007: Es gibt diese so genannten Ping-Anrufe mit 0137-Nummern wirklich - fast jedes Wochenende gibt es eine neue Welle, zuletzt über Weihnachten. Die Sache mit der "Fangnummer" stimmt jedoch nach wie vor nicht. Info-Links

Eine neue Warnung vor Handy-Betrügern ist im Januar 2003 aufgetaucht. In Kettenbrief-artigen E-Mails wird behauptet, es könnte auf dem Mobiltelefon ein 'verpasster Anruf' erscheinen, der von einer Telefonnummer '+49137799090269' (oder ähnliche) kommen soll. Wenn man die zurückrufe, gerate man in eine Falle: Die Verbindung würde bis zu einer Stunde gehalten und man könne die Verbindung selbst nicht beenden. Namentlich diese letzte Behauptung ist definitiv falsch.

Richtig ist folgendes:
Die Nummern lösen sich im Inland zu 0137-Nummern auf (wenn man die internationale Vorwahl für Deutschland, +49 bzw. 0049, weg lässt). 0137-Nummern sind laut Nummernplan der ext. LinkRegTP (heute: ext. LinkBundesnetzagentur) für 'Televoting' (Zuschauerbeteiligung bei TV-Sendungen, u.ä.) reserviert. Sie sind üblicherweise mit bis zu 1 EUR pro Anruf tarifiert, höhere Gebühren sind möglich.

Handy-Display Das Offenhalten einer Verbindung ist für keinen der beiden Teilnehmer möglich - wenn einer von beiden auflegt, ist die Verbindung getrennt, es fallen für den Anrufer die bis dahin aufgelaufenen Gebühren an. In der Praxis wird die Verbindung sofort wieder getrennt, wenn man einen solchen Lockanruf ("Ping") beantwortet. Die Dauer der Verbindung hat keinerlei Einfluss auf die anfallenden Gebühren - diese werden pro Anruf berechnet.

Es ist laut einer Pressemitteilung des ext. LinkDVPT (Deutscher Verband für Post und Telekommunikation) vom 20.01.03, bestätigt durch den Verbraucherservice der ext. LinkRegTP, tatsächlich im Januar 2003 zu solchen 'Abzockversuchen' gekommen. Das Offenhalten der Verbindung ist jedoch nicht möglich. Derartige Lockanrufe sind seitdem regelmäßig zu verzeichnen, die Rufnummern wechseln häufig.
 
Original-Text:

> Warning for all Mobile Phone Users/Warnung an alle Handy-Nutzer
>
> If the number +49137799090269 (or a similar number) appears on your
> display as Missed Calls, please DO NOT CALL BACK!!!
>
> This is a number that you cannot disconnect yourself. The connection
> can be held for up to an hour  at the expense of the mobile phone user.
>
> ******************
> Wenn Sie diese Nummer +49137799090269 (oder auch ähnlich) als "Anrufe
> in Abwesenheit" im Display sehen, bitte NICHT ANRUFEN !!!
>
> Es handelt sich dabei offensichtlich um eine Fangnummer. Es kann dabei
> die Verbindung bis zu einer Stunde auf Kosten des Handy-Nutzers gehalten
> werden und Sie können die Verbindung nicht selbst wieder beenden.

Der letzte Satz trifft nicht zu, s.o. Vielmehr wird die Verbindung sofort wieder unterbrochen.
Andere Textverianten (teils mit 'Telekom-Briefkopf') basieren offenkundig auf der Pressemitteilung des DVPT. In letzterer wird nicht behauptet, die Verbindung werde offen gehalten. Es wird eine anfallende Gebühr von 1,92 EUR angegeben. Das kann im Einzelfall zutreffen, die Gebühren hängen von der Telefongesellschaft ab. 

Spätere Fassungen dieser (teilweisen!) Falschmeldung führen angebliche Quellen bei der Telekom bzw. deren Mobilfunk-Tochter T-Mobile (T-D1) an. Bei diesen "Informationsquellen" handelt es sich im günstigsten Fall um Personen, die es auch nicht besser wussten und die Mail weitergleitet haben. Die offizielle Stellungnahme von T-Mobile zu dieser Sache gibt es hier.

Im Laufe des Jahres 2003 gelangte eine Variante im Umlauf, die mit dem Namen Doris K. von der Staatsanwaltschaft Hamburg, später zusätzlich mit dem eines Polizisten aus NRW und/oder jemandem von der Staatsanwaltschaft Hannover unterzeichnet ist. Es gibt auch Variationen der angegebenen 0137- oder Mobilfunk-Telefonnummern. Das sind alles nur Textvarianten, wie sie im Laufe der Zeit entstehen. Auch der angegebene Betreff variiert oft.

> Wenn auf dem Handydisplay die Mitteilung "Anruf in Abwesenheit"
> und dann die Nummer +49137799090269 oder +49172332233333
> erscheint, nicht zurückrufen. Es handelt sich hierbei um eine
> Fangnummer, die den Anruf bis zu einer Stunde und länger hält. Der
> Anrufer selbst hat keine Möglichkeit, den Anruf zu beenden. Bitte
> geben Sie diese Nummer jedem weiter, den Sie kennen, damit böse
> Überraschungen im Vorfeld schon vermieden werden.

Wer durch derartige Anrufe belästigt wird, kann und sollte dies an die Bundesnetzagentur melden und sich auch bei der Telefongesellschaft beschweren, die die jeweilige Rufnummer weitervermietet hat. Die Bundesnetzagentur ordnet regelmäßig die Sperrung der missbräuchlich genutzten Rufnummern an und erlässt meist auch ein Inkassoverbot. Die angefallenen Verbindungsentgelte dürfen ggf. also nicht in Rechnung gestellt bzw. eingetrieben werden.

ext. Links Weitere Infos

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